FDP im Bürgerdialog auf dem Marktplatz
FDP Butzbach: Politik muss raus zu den Menschen
Butzbach. Nicht nur im Wahlkampf ansprechbar sein: Mit diesem Anspruch war die FDP Butzbach am Samstag (19.09.2026) mit einem Infostand auf dem Marktplatz präsent. Und gerade das kam in vielen Gesprächen gut an.
„Mehrfach haben uns Menschen gesagt, dass sie es positiv finden, wenn Parteien nicht erst kurz vor einer Wahl auf dem Marktplatz auftauchen“, berichtet der Vorsitzende der FDP Butzbach, Dr. Matthias Dubowy. „Das ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Politik muss erreichbar sein, zuhören und auch aushalten, wenn jemand unzufrieden ist.“
„Berührungsängste mit Kommunalpolitik muss niemand haben“, sagt Leo Jung, der als jüngster Stadtverordneter für die FDP im Stadtparlament sitzt. „Hier geht es nicht um abstrakte Theorie, sondern um ganz konkrete Dinge: Wie werden Radwege gestaltet? Wann hat die Bücherei geöffnet? Welche Räume stehen Vereinen zur Verfügung? Als Neuling in der Stadtverordnetenversammlung finde ich besonders spannend, wie die Zusammenarbeit tatsächlich funktioniert. Vieles wird über Parteigrenzen hinweg gemeinsam beschlossen, bei anderen Themen wird intensiv um die beste Lösung gerungen. Da kommen viel Sachverstand, viel Erfahrung, unterschiedliche Überzeugungen und persönliches Engagement zusammen – und manchmal menschelt es natürlich auch. Wer etwas in seiner Stadt verändern will, muss deshalb nicht gleich Berufspolitiker werden. Man muss sich einmischen, mitreden und bereit sein, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Ich finde es klasse, dass ich bei der FDP Butzbach als junger Mensch genau diese Möglichkeit bekommen habe: einfach reinzuschnuppern, Verantwortung zu übernehmen und mich mit meinen eigenen Ideen einzubringen.“
Ein wichtiges Thema am Infostand war die finanzielle Lage der Stadt Butzbach und die einsetzende Diskussion über mögliche Steuererhöhungen, insbesondere auf Grund der stark steigenden Kreis- und Schulumlage. „Lange Zeit waren die Flüchtlingszahlen die Begründung für eine steigende Kreisumlage,“ so Daniel Libertus, der Co-Fraktionsvorsitzende der Liberalen im Stadtparlament. „Jetzt sinken die Flüchtlingszahlen, aber die Kreisumlage steigt weiter rasant an und schnürt uns in der Kommune die Luft ab. Höhere Abgaben und Umlagen dürfen nicht die erste Antwort auf Haushaltsprobleme sein. Wichtig sei auch zu prüfen, wo Prioritäten gesetzt und Strukturen effizienter gestaltet werden können,“ so Libertus.
Gesprächsstoff bot auch das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die AfD erreichte dort 43,8 Prozent der Stimmen. Umfragen zur Wahl zeigen unter ihren Wählen eine große Unzufriedenheit mit dem Ergebnis des politischen Systems und einen starken Wunsch nach politischer Veränderung unter ihren Wählern.
„Wir machen es uns zu einfach, wenn wir diese Menschen pauschal als Neonazis abschreiben“, sagt Dubowy. „Man kann extremistischen Positionen klar widersprechen und trotzdem fragen, warum so viele Menschen wütend und frustriert sind und das Vertrauen in den Staat und die etablierten Parteien verloren haben. Mit diesen Menschen müssen wir wieder ins Gespräch kommen.“
Genau darum geht es auch beim nächsten politischen Stammtisch der FDP Butzbach am 29. Oktober. Unter dem Titel „Brandmauer oder Streitkultur?“ soll diskutiert werden, wie demokratische Parteien mit Populisten und Extremisten umgehen und wie verlorenes Vertrauen zurückgewonnen werden kann.
Für die FDP Butzbach gehören Stammtisch und Infostand deshalb zusammen: Demokratische Auseinandersetzung funktioniert am besten dort, wo Menschen tatsächlich miteinander reden – auch wenn sie sehr unterschiedlicher Meinung sind.
